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Dieses Kapitel gibt eine schrittweise
Anleitung für die Herstellung von 10 Liter köstlichem Met, von der
Bestellung der Zutaten und Gerätschaften bis hin zur Abfüllung. Grundlage
ist das Basisrezept.
Der besseren Übersicht halber haben wir hier auf theoretische Erklärungen
vollständig verzichtet, diese finden Sie in den anderen Kapiteln sowie im
Fruchtweinkeller.
Zunächst müssen alle notwendigen
Gerätschaften sowie eine Reihe von Zutaten besorgt werden. Bei der
Zusammenstellung haben wir uns hier auf das allernotwendigste beschränkt.
Wir haben jedoch auf Qualität geachtet, Billigkäufe rächen sich oft, darum
empfehlen wir z.B. die Anschaffung eines teuren Präzisions-Vinometers.
Außerdem empfehlen wir den Kauf großer Gebinde, diese sind langfristig
deutlich günstiger als kleine Gebinde, von Verschleißteilen (z.B.
Gärkappen) sollte man immer eine kleine Reserve in der Hinterhand haben.
Den Besitz normaler Küchengerätschaften (Schalen, Schüsseln, kleine
Trichter, Messbecher usw.) setzen wir voraus.
Eine Liste mit Bezugsquellen finden Sie
hier. Die Preise können, je nach Anbieter, stark von unserer Liste
abweichen.
Einkaufsliste Gerätschaften:
| |
Anzahl |
ungefährer
Preis in €* |
| Weinballon 15 L |
1 |
14,- |
| Weinballon 10 L |
1 |
12,- |
| passende Gärkappen |
3 |
6,- |
| Gummistopfen 16/21 mm mit 10 mm
Loch |
2 |
3,- |
| Gärspund oder Gärröhrchen |
4 |
4,- |
| einfache Reinigungsbürste für
Weinballons |
1 |
5,- |
| Weinheber |
1 |
8,- |
| Küchenwaage (1 g genau) |
1 |
16,- |
| Feinwaage (0,1 g genau) |
1 |
12,- |
| Messzylinder 50 mL |
1 |
7,- |
| Acidomteter-Set komplett |
1 |
13,- |
| Präzisions-Vinometer |
1 |
12,- |
| Pipette zur Probenentnahme |
1 |
5,- |
| großer Trichter mit
herausnehmbarem Siebeinsatz |
1 |
15,- |
| Handverkorker (2-Hebel,
verstellbar) |
1 |
23,- |
| Naturkorken gerade |
100 |
14,- |
Einkaufsliste Zutaten:
| |
Menge |
ungefährer Preis in €* |
| Honig, vorzugsweise
vom Imker |
6 kg |
40,- |
| Apfelsaft naturtrüb |
5 L |
5,- |
| Äpfel |
4 Stk. |
1,- |
| Zucker (Raffinade) |
1 kg |
2,- |
| demineralisiertes
Wasser |
15 L |
6,- |
| Hefenährsalz
(komplex, mit Vitaminen und Heferinde) |
1 kg |
22,- |
| Milchsäure 80%ig |
1 kg/
1 L |
11,- |
| Zitronensäure |
1 kg |
5,- |
| Antigel |
1 L |
16,- |
| Tannin (vorzugsweise
aus Trauben oder Spezialtannin zur Geschmacksverbesserung) |
1 kg |
16,- |
| Kieselsol 15%ig |
1 L |
7,- |
| Gelatine |
10 g |
1,- |
| Kaliumpyrosulfit |
1 kg |
5,- |
| Vitamin
C/Ascorbinsäure |
250 g |
6,- |
| Isopropanol/Isopropylalkohol |
1 L |
3,- |
| Trockenhefe* |
7 g |
2,- |
| Flüssighefe* |
50 mL |
3,- |
*: Es wird entweder Flüssig- oder Trockenhefe
benötigt. Trockenhefe ist zu bevorzugen. Es sollte eine Heferasse mit
hoher Alkoholtoleranz gewählt werden, z.B. Sherry, Portwein oder Malaga.
Auch andere Hefen für schwere Rotweine sind gut geeignet. Eine Hefeliste
finden Sie
hier.
Das folgende Flussdiagramm liefert eine Übersicht
über die Arbeitsschritte, die bis zum Genuss des fertigen Honigweins
notwendig sind.
 |
| Abb. 7.2:
Flussdiagramm zur Übersicht aller Arbeitsschritte, die bis zur
Flaschenabfüllung des ersten Honigweins notendig sind. |
|
Bevor die praktische Arbeit beginnt
Folgende Fragen sollte sich der angehende
Hobbywinzer fragen, bevor er mit der praktischen Arbeit beginnt:
- Habe ich alle Gerätschaften und alle notwendigen
Zutaten?
- Habe ich verstanden, was bei den Arbeitsschritten
passiert und wozu sie dienen?
- Habe ich in den nächsten Wochen und Monaten
überhaupt Zeit und Lust, mich regelmäßig um meinen Ansatz zu kümmern?
Ganz wichtig ist die Führung eines Protokolls.
Grundsätzlich sollten alle Arbeitsschritte, die verwendeten Zutaten sowie
alle Messungen mit Datum festgehalten werden, das gilt ganz besonders für
die Nachzuckerphase. Nur so behält man den Überblick und kann, wenn ein
Ansatz doch misslingen sollte, auf Fehlersuche gehen.
Bereit?
Dann geht es los!
Vorbereitung der Ballons
Vor der ersten Benutzung werden die Ballons mit
einer Skala versehen. Damit die Skala nicht verwischen kann, wird ein
Streifen Gewebeband auf den Ballon geklebt, der von ganz unten bis nach
oben zum Hals reicht. Mit Hilfe eines Messbechers wird der Ballon in
Schritten von einem Liter gefüllt. Der Füllstand wird dabei jeweils auf
dem Gewebeband mit einem wasserunlöslichen Stift markiert.
Vor jeder Benutzung müssen die Weinballons gereinigt
und desinfiziert werden. Mit Hilfe der Ballonbüste können Verkrustungen
gelöst werden, eventuell kann ein mildes Reinigungsmittel auf
Zitronensäure- oder Seifenbasis verwendet werden. Da diese Rückstände
dieser Reinigungsmittel hemmend auf Hefen wirken können, müssen die
Ballons gründlich mit viel Wasser ausgespült werden.
Die eigentliche Desinfektionslösung wird wie folgt
frisch hergestellt und eingesetzt:
- In den Ballon gibt man einem halben Liter Wasser,
10 g Kaliumpyrosulfit und 2 g Zitronensäure. Die Feststoffe werden durch
heftiges Schwenken des Ballons gelöst. ACHTUNG: Diese Lösung
riecht sehr streng und stechend und greift die Schleimhäute an. Die
Lösung darf nicht in die Augen geraten! Arbeiten Sie in einem gut
belüfteten Raum!
- Der Ballon wird gründlich geschwenkt, bis die
gesamte Innenseite mit Flüssigkeit benetzt ist. Nun wird er entleert und
umgekehrt in den Korb gestellt, damit die Flüssigkeit ablaufen kann. Die
aufgefangene Reinigungsflüssigkeit kann zur Reinigung weiterer Geräte
(z.B. Weinheber) benutzt werden.
- Um das Trocknen zu beschleunigen, kann der Ballon
nun mit etwas Isopropanol ausgeschwenkt werden. Anschließend das
Isopropanol ablaufen lassen.
- Ist der Ballon vollständig trocken, wird er
mit einem Stück Aluminiumfolie verschlossen und kann aufrecht bis zum
Einsatz aufbewahrt werden.
Vorbereitung der Flüssighefe
Flüssighefe wird vor der Benutzung vermehrt. Dazu
gibt man in eine saubere, von Innen desinfizierte Weinflasche:
- 0,5 L Apfelsaft (naturtrüb)
- 0,5 g Hefenährsalz
- 50 g Zucker
Ist der Zucker vollständig gelöst, wird die Hefe
zugegeben. Falls notwendig, wird der Hefebodensatz im Fläschchen zuvor
aufgeschüttelt. Die Angabe, der Inhalt würde für 50 L Wein reichen wird
ignoriert: Immer den gesamten Flascheninhalt verwenden! Die Flasche wird mit einem Gummistopfen und einem
Gärröhrchen verschlossen. Die optimale Temperatur zur Hefevermehrung
beträgt 20-25°, zudem sollte der Gärstarter regelmäßig geschüttelt werden.
Der Gärstarter ist bereit, wenn
- die Flüssigkeit deutlich trüber wird und sich
Hefe am Boden absetzt und
- wenn es zu einer deutlichen Gasbildung kommt
(blubb-blubb, so macht das Gärröhrchen)
- der Gärstarter muss nach Hefe riechen. Ein
leichter Geruch nach Schwefelwasserstoff ("faule Eier") ist normal
und wird später verfliegen
Der Gärstarter wird verworfen, wenn
- die Gärung nicht innerhalb von 48 Stunden
einsetzt
- wenn der Ansatz muffig, nach Lösungsmitteln oder
nach Essig riecht
Ein fertiger Gärstarter kann einige Tage im
Kühlschrank aufbewahrt werden. ACHTUNG: Vor dem Einsatz muss der
Gärstarter rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden, damit sich die
Temperaturen vom Starter und vom Honigweinansatz angleichen können. Hefe
hasst plötzliche Temperaturschwankungen! Der eigentliche Metansatz wird
erst angesetzt, wenn der Gärstarter bereit ist!
Vorbereitung der Trockenhefe
Für 10 L Wein reichen 1-2 g frische Trockenhefe (keine
Backhefe, sondern eine Weinreinzuchthefe!), die unmittelbar vor dem
Gebrauch schonend rehydriert wird. Die Durchführung:
- 20 mL handwarmes Wasser werden in einem Gefäß
vorgelegt. Die Temperatur soll etwa 30°C betragen. Vorsicht: Bei höheren
Temperaturen könnte die Hefe Schaden nehmen oder gar absterben.
- Nun erfolgt die Zugabe von 2 g Trockenhefe. Die
Flüssigkeit wird vorsichtig umgerührt, bis sich die Hefekrümel
vollständig gelöst haben.
- Nach insgesamt etwa 30 Minuten kann die Hefe in
den fertigen Ansatz gegeben werden. Die rehydrierte Hefe kann nicht
aufbewahrt werden und muss sofort verwendet werden!
Ansetzen des Honigweins
Der Ansatzvolumen beträgt zunächst 11 Liter, nicht
10 Liter. Der Grund hierfür: Bei späteren Arbeitsschritten geht
zwangsläufig Wein verloren. Diesen Verlust gleichen wir schon im Vorfeld
aus.
In den 15 Liter-Ballon gibt man in dieser
Reihenfolge:
- 2,2 kg Honig, zuvor ggf. leicht in der
Mikrowelle erwärmen (nicht kochen!)
- 4 L destilliertes Wasser, eventuell leicht
erwärmen
- 4,4 g Hefenährsalz
- 1,1 g Tannin
Nun wird der Ansatz gründlich geschüttelt, bis der
Honig vollständig gelöst ist. Das sollte sehr einfach sein, da der Ballon
noch mehr als halbleer ist. Anschließend werden die Äpfel vom Stiel
und vom Kerngehäuse befreit. Dann gibt man den Apfelmus und die 4 L
naturtrüben Apfelsaft in den Ballon. Nun gibt man 5 bis 10 mL Antigel dazu. ACHTUNG: Hohe Temperaturen können die Enzyme im
Antigel irreparabel schädigen. Die Flüssigkeit im Ballon darf höchstens
handwarm sein (etwa 35°)! Nun wird wieder gründlich gemischt. Zuletzt
füllt man auf ein Endvolumen von 11 L auf mit destilliertem Wasser. Ist
die Skala auch auf dem Ballon? Brav!
Bestimmung des Säuregehalts
Nun kann die Säure gemessen und eingestellt werden.
Zuvor wird der Ballon nochmals gründlich geschüttelt. Dann kommt das
Acidometer zum Einsatz:
- Der zum Acidometerset gehörende Messzylinder
wird, der Anleitung entsprechend, bis zur unteren Markierung mit dem zu
testenden Wein gefüllt (bei vielen Modellen sind das 10 mL)
- Zugabe von einem Tropfen Blaulauge. Der
Messzylinder wird mit etwas Frischhaltefolie verschlossen, anschließend
kommt der Daumen drauf, und das Gefäß wird gründlich gemischt.
ACHTUNG: Es darf keinesfalls Flüssigkeit auslaufen, das führt zu
einer fehlerhaften Messung.
- Bleibt die Farbe nach dem gründlichen Mischen
gelblich: Zurück zu Punkt 2. Färbt sich die Flüssigkeit jedoch grünlich
oder gar blau: Weiter zu Punkt 4.
- An der Skala wird die bis zum Farbumschlag
benötigte Menge Blaulauge abgelesen. 1 mL verbrauchter Blaulauge
entspricht einer Säuremenge von einem Gramm pro Liter (1 g/L).
Einstellung des Säuregehalts
Der optimale Säuregehalt liegt bei 5 bis 7 g/L.
Anfänger sollten einen Wert von 6,5 g/L anstreben. Dabei sind folgende
Grundregeln zu beachten:
- 1,25 mL 80%ige Milchsäure erhöhen den Säuregehalt
von 1 Liter Wein um 1 g/L.
- 1 g Zitronensäure erhöht den Säuregehalt von 1
Liter Wein um 1 g/L.
- Um den optimalen Säuregehalt zu erreichen, wird
zunächst Milchsäure verwendet. Mehr als 3,5 mL Milchsäure pro Liter Wein
werden jedoch nicht verwendet. Mit 3,5 mL 80%iger Milchsäure wird der
Säuregehalt von einem Liter Wein um 2,8 g/L gesteigert.
- Reichen 3,5 mL Milchsäure pro Liter Wein nicht aus,
um den optimalen Säuregehalt zu erreichen, wird die noch fehlende Säure
mit Zitronensäure ergänzt.
Beispiel 1: Apfelsaft und Äpfel enthielten viel
Säure
Die Säurebestimmung erbrachte einen Säuregehalt von
4,5 g/L. Um einen Säuregehalt von 6,5 g/L zu erreichen, fehlen noch 6,5 -
4,5 = 2 g/L. Um die fehlende Säure mit Milchsäure auszugleichen, werden
2x 1,25 mL = 2,5 mL 80%iger Milchsäure pro Liter Wein benötigt. Auf das
Ansatzvolumen von 11 L werden 11 x 2,5 mL = 27,5 mL Milchsäure benötigt.
Die Menge wird mit einem Messzylinder dosiert und in den Ansatz gegeben.
Anschließend gut mischen.
Beispiel 2: Apfelsaft und Äpfel enthielten kaum
Säure
Die Säurebestimmung erbrachte einen Säuregehalt von
1,5 g/L. Um einen Säuregehalt von 6,5 g/L zu erreichen, fehlen noch 6,5 -
1,5 = 5 g/L. Die fehlende Säuremenge kann nicht allein mit Milchsäure
ergänzt werden. Die Höchstgrenze für Milchsäure beträgt 3,5 mL pro Liter
Wein, diese erhöht den Säuregehalt um 2,8 g/L. Bezogen auf das Endvolumen
von 11 Litern werden nun 11 x 3,5 mL = 38,5 mL Milchsäure mit einem
Messzylinder dosiert und in den Ansatz gegeben. Der Säuregehalt sollte nun
1,5 + 2,8 = 4,3 g/L betragen. Es fehlen also noch immer 6,5 - 4,3 = 2,2
g/L Säure. Diese wird mit Zitronensäure ergänzt. Unter Berücksichtigung
des Endvolumens von 11 Litern werden 2,2 x 11 = 24,2 g Zitronensäure
abgewogen und in den Ansatz gegeben. Anschließend gut mischen.
Start der Gärung
Alle Zutaten sind im Ballon, dessen Inhalt wurde
grundlich gemischtt. Beträgt die Temperatur des Ansatzes weniger als 30°C? Wenn ja,
kann die Gärung gestartet werden. Dies geschieht durch Zugabe von entweder
- 50-100 mL eines aktiven, frischen
Gärstarters. ACHTUNG: Vor der Zugabe ggf. den Hefebodensatz
aufzuschütteln, Gärstarter und Ansatz müssen eine annähernd
gleiche Temperatur haben.
- 1-2 g frisch rehydrierter Trockenhefe.
Nun wird der Ballon an einen nicht zu kühlen Ort
gestellt, die Raumtemperatur sollte 20-24° betragen. Der Ballon soll
keine kalten Füße bekommen: Steht er direkt auf dem kalten Boden, so muss
er zwecks besserer Isolation z.B. auf eine Styroporplatte gestellt werden.
Innerhalb von 24-48 Stunden wird die stürmische Gärung einsetzen. Bis die
Gärung vollständig beendet ist, muss der Ballon mindestens einmal täglich
kräftig geschüttelt werden. Dabei muss das gesamte Material, das sich
eventuell abgesetzt hat, aufgewirbelt werden.
Gärungsverlauf
Der niedrige Zuckergehalt zu Beginn der Gärung sorgt
für eine glückliche Hefe. Und eine glückliche Hefe vergärt den Zucker
sauber und rasch: Innerhalb von zwei bis drei Wochen wird die Gärung
nachlassen, zu erkennen an der geringeren Kohlendioxidbildung. Nun gilt
es, den Wein zu stabilisieren, sprich ihn an den Gärungsendpunkt bzw. an
die Alkoholtoleranzgrenze zu bringen, und dabei die gewünschte Restsüße
präzise einzustellen. Die Gefahr einer Nachgärung muss ausgeschlossen
werden. Dies geschieht mit Hilfe der Nachzuckermethode.
Sobald die Gäraktivität merklich nachlässt, geht man
wie folgt vor:
-
Man nimmt eine Probe und kostet,
um die Restsüße zu beurteilen. Zudem wird mit dem Vinometer der
Alkoholgehalt gemessen. Falls der Met zu trocken ist, wird nachgesüßt,
je nach Geschmack mit Honig oder Zucker. Die Menge Honig oder Zucker
richtet sich danach, wie weit der Alkoholgehalt von der
Alkoholtoleranzgrenze der Hefe entfernt ist. Unsere verwendeten Hefen
haben eine Toleranzgrenze von rund 15%. Liegt man unterhalb von rund
13%, sollte man mit einer Zuckermenge nachüßen, die bei vollständiger
Vergärung für etwa 1% Alkohol reicht (bezogen auf 11 L Volumen sind das
etwa 220 g Zucker bzw. 290 g Honig). Oberhalb von 13-14 % sollte man die
Zuckergabe halbieren, damit der Met nicht versehentlich zu süß wird.
Zucker und Honig nicht in Wasser vorlösen, sondern direkt in den Ballon
geben! Nach der Zugabe gründlich schütteln.
-
Eine Woche warten, regelmäßig
kräftig schütteln. Gasbildung beobachten.
-
Danach wieder messen und wieder
kosten.
Falls der Met noch immer
beziehungsweise wieder zu
trocken ist (und Alkoholgehalt stieg): Wieder von vorn und nachzuckern.
Keine Sorge, falls der Met nicht schmecken sollte: Das ist in dieser Phase
normal und gibt sich.
Falls die Restsüße geschmacklich
ausreicht und stabil blieb,
die Gasbildung stoppt, sich
die Hefe massiv absetzt und das Vinometer keinen höheren Alkoholgehalt als
bei der Messung zuvor anzeigt: Bravo, die Gärung ist beendet!
Das folgende Flussdiagramm
verbildlicht die Nachzuckermethode.
 |
| Abb. 7.2:
Flussdiagramm zur Vorgehensweise bei angewendeter
Nachzuckermethode. Mit Hilfe diese Methode kann ein ausgegorener
Wein hergestellt werden, bei dem keine Gefahr einer Nachgärung
besteht. Dabei kann die Restsüße individuell nach persönlichem
Geschmack eingestellt werden. |
|
Ist die Gärung beendet (und
wirklich erst dann!), wird der Wein mit 1,1 g Kaliumpyrosulfit geschwefelt
und ein letztes mal geschüttelt. Von nun an soll er möglichst ruhig und
kühl stehen, damit sich die Hefe vollständig absetzen kann. Die optimale
Lagertemperatur beträgt hierbei 4-8°C.
ACHTUNG: Die Schwefelung kann Nachgärungen nicht verhindern!
Abziehen vom Hefebodensatz
Die Hefe setzt sich innerhalb von ein bis zwei
Wochen vollständig ab. Sie bildet einen hell-beigen, kompakten Bodensatz.
Über der Hefe sieht man möglicherweise lockeren Trub, der vom Apfel
stammt. Auch wenn der Ansatz noch sehr trüb sein sollte: Der Met muss
runter von der Hefe, ansonsten kann sie sich zersetzten, dies kann zum
Verderb des Mets führen! Das Abziehen von einem Bodensatz nennt der Winzer
auch "Abstich".
Dazu wird der Ballon zunächst auf einen Tisch oder
einen Stuhl gestellt. Nun kommt ein Weinheber zum Einsatz. Er wird
vorsichtig in den Wein getaucht, zunächst nur in eine mittige Position.
Nun wird der Wein vorsichtig angesaugt, bis der Weinheber gefüllt ist
(z.B. mit einem Ansauger aus der Aquaristik oder über ein extra
Schlauchstück mit dem Mund. Bitte nicht direkt mit dem Mund! Speichel mit
Keimen hat im Wein nichts zu suchen!). Dann wird der Hahn des Weinhebers
geschlossen. Die Ansaughilfe wird entfernt, nun wird der Hahn in die
Öffnung des tiefer stehenden 10 L-Ballons geführt und geöffnet. Durch die
Schwerkraft fließt der Wein in den sauberen Ballon. Dabei muss unbedingt
vermieden werden, dass Hefetrub vom Bodensatz mit in den neuen Ballon
gelangen. Nehmen Sie notfalls in Kauf, das Wein im Gärballon zurückbleibt.
Es ist hilfreich, wenn man zu zweit arbeitet: Eine Person sollte das Rohr
im Ballon mit dem Bodensatz festhalten, damit die Trübstoffe nicht durch
eine unachtsame Bewegung aufgewühlt werden.
Der 10 L-Ballon wird spundvoll gefüllt. Dies
bedeutet, das im Ballon möglichst wenig Luft enthalten sein darf.
Andererseits darf er nicht auslaufen, wenn sich der Wein im Ballon z.B.
durch Temperaturschwankungen ausdehnt. Die Richtlinie ist: Der Freiraum
sollte 1-0,5 L betragen.
Es sollte kein Problem sein, von den 11 L Ansatz
genügend Met für die spundvolle Lagerung abzuziehen. Überschüssiger Met
kann entweder direkt getrunken werden, oder er wird in einer passenden
Glasflasche gefüllt. Der Ballon und ggf. die Glasflasche werden zuletzt
mit einem Gärstopfen und einem Gärröhrchen verschlossen.
Vom trüben Met zum klaren Met
Bevor der Met in Flaschen gefüllt wird, sollte er
möglichst klar sein. Dies kann man auf drei Wegen erreichen: Durch
Filtration, durch Selbstklärung oder durch eine Schönung.
Die Filtration
Der Met wird filtriert und wird kann anschließend
sofort abgefüllt werden. Von Versuchen mit Kaffee- oder Faltenfiltern ist
abzusehen, dies fördert höchstens Weinkrankheiten. Für eine Filtration ist
mindestens ein Simplex-Filter notwendig. Da die Anschaffung mit rund 100
Euro zu Buche schlägt (zuzüglich Kosten für die Filterschichten), gehen
wir davon aus, dass der angehende Hobbywinzer diese Anschaffung nicht beim
ersten Met tätigt, weshalb wir hier nicht näher auf die Filtration
eingehen. Eine genaue Anleitung zur Durchführung einer Filtration findet
sich hier.
Die Selbstklärung
Der Met wird bei kühlen Temperaturen
erschütterungsfrei gelagert, bis sich die Trübstoffe von selbst absetzten.
Dies kann Monate oder Jahre dauern, führt aber leider nicht immer zum
gewünschten Erfolg. Zudem muss ein übermäßiger Kontakt mit Luftsauerstoff
unbedingt vermieden werden, dies würde zu einem Weinfehler (brauner Bruch
führen), der alle feinen Honigaromen zerstört. Da das Wasser im
Gärröhrchen keinen absoluten Schutz vor Sauerstoff bietet, müssen
besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Es wird wie folgt vorgegangen:
- Optional gibt man 5 mL Antigel in den frisch
abgezogenen Met
- Der 10 L-Ballon wird mit 9-9,5 L Met befüllt
- Das Gärröhrchen wird nicht mit Wasser, sondern
mit oenologischem Öl oder mit einer Kaliumpyrosulfit-Lösung
(Konzentration 10 g/L) befüllt.
- Der Flüssigkeitspegel im Gärröhrchen muss
regelmäßig kontrolliert werden. Verdunstungsverluste werden mit frischer
Kaliumpryrosulfit-Lösung ausgeglichen.
- Der Ballon wird möglichst kühl gelagert (optimal
sind 4-8°C). Temperaturschwankungen sind zu vermeiden.
- Die Fortschritt der Selbstklärung wird regelmäßig
kontrolliert, z.B. mit einer Taschenlampe, die man hinter den Ballon
hält.
Ist die Selbstklärung weit genug fortgeschritten,
wird der Wein wie oben beschrieben vom Bodensatz abgestochen und
abgefüllt.
Die Schönung
Ungeduldige Hobbywinzer ohne geeignetem Filter
können eine Schönung versuchen. Merke: Mit Schönungen kann man den Wein
zwar schnell klar bekommen, aber jede Schönung führt zu
Geschmackseinbußen. Zudem sind Schönungen nicht reproduzierbar, jeder Met
verhält sich anders. Es ist deshalb unmöglich, hier eine genaue
Vorgehensweise darzustellen, die immer zu einem Erfolg führen wird.
Insbesondere die Mengen der jeweils benötigten Schönungsmittel können
erheblich von dieser Empfehlung abweichen. Die Arbeitsschritte:
- Eine Schönung wird erst durchgeführt, wenn der
Met vom Hefebodensatz abgestochen ist!
- Zugabe von 5-10 mL Antigel
- Der Met wird auf eine möglichst niedrige
Temperatur heruntergekühlt, optimal sind 4-8°C.
- Das Vorratsgefäß mit dem Kieselsol wird gründlich
gemischt. 5 mL Kieselsol werden entnommen und mit etwa 100 mL Met
vermischt. Das Gemisch wird in den Ballon gegeben und untergerührt.
- Der Ballon wird kühl und ruhig gelagert.
Innerhalb weniger Stunden setzt sich das Kieselsol mit daran gebundenem
Trub ab.
- Ist der Met noch trüb, kann nachträglich noch ein
Schönungsversuch mit Gelatine durchgeführt werden. Dazu werden 0,5 g
Gelatine abgewogen und in gut 50 mL destilliertes Wasser gegeben. Die
Gelatinelösung wird im Wasserbad oder in der Mikrowelle auf rund 40°C
erhitzt. Nun lässt man die Gelatine unter gelegentlichem Rühren quellen,
bis die Bröckchen vollständig gelöst sind. ACHTUNG: Vorsicht bei Verwendung der Mikrowelle, die
Lösung darf keinesfalls kochen!
- Falls nötig, wird die Gelatinelösung nochmals auf
40°C erhitzt.
- Die warme Lösung wird in den Met gegeben und an der
Oberfläche untergerührt. Innerhalb von 6-48 Stunden wird sich Gelatine
am Boden mit daran gebundenem Trub absetzen.
- Haben sich die Schönungsmittel vollständig am
Boden abgesetzt, wird der Met vom Bodensatz abgestochen.
Ist der Wein klar, kann die Flaschenabfüllung
erfolgen. Gegebenenfalls kann man ihn weiter im Ballon lagern. Dann sind
geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um eine Oxidation zu verhindern
(siehe "Selbstklärung").
Die Flaschenabfüllung
Vorbereitung der Flaschen
Die Flaschen werden mit einer Flaschenbürste von
allen Verkrustungen befreit, anschließend werden sie sterilisiert. Hierfür
gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Die Flaschen werden, wie oben für die Weinballons
beschrieben, mit einer konzentrierten Kaliumpyrosulfit behandelt.
Anschließend lässt man die Flaschen abtropfen. Die vollständig trockenen
Flaschen werden mit Aluminiumfolie locker verschlossen.
- Alternativ werden die Flaschen gesäubert,
anschließend lässt man das Wasser vollständig abtropfen. Die trockenen
Flaschen werden mit Aluminiumfolie verschlossen und eine Stunde lang bei
200°C im Backofen sterilisiert.
Vorbereitung der Korken
Naturkorken müssen vor der Verkorkung 12-24 Stunden
quellen, so werden sie elastisch. Dazu gibt man die Korken (großzügig
abzählen, mit dem Handverkorker bekommt man nicht jeden Korken erfolgreich
in die Flasche!) in lauwarmes, rund 30° warmes Wasser (kein heißes
Wasser!), das mit Kaliumpyrosulfit versetzt wurde (Konzentration 1 g/L).
Die Korken müssen vollständig untertauchen. Dazu sind Einweckgläser mit
Bügelverschluss hervorragend geeignet, alternativ gibt man die Korken in
ein Gefäß und drückt mit einem beschwerten Teller nach unten.
Grobporige Korken mit Rissen oder Spalten über die gesamte Korkenlänge
hinweg werden aussortiert.
Die Verkorkung
Der Met wird zunächst in einen leeren Ballon vom
Bodensatz abgestochen, dabei wird er geschwefelt und mit Vitamin C
versetzt (jeweils1 g auf 10 L). Nach der Zugabe gut mischen. Anschließend wird
er mit Hilfe des Weinhebers auf Flaschen verteilt. Der optimale Füllstand
hängt von der Länge der verwendeten Korken ab: In der verschlossenen
Flasche sollte sich 0,5 - 1 cm Luft befinden. Befindet sich mehr Met in
der Flasche, wird die Verkorkung erschwert, befindet sich zu viel Luft in
der Flasche, fördert das die frühzeitige Oxidation in der Flasche. Die
Flaschen werden der Reihe nach befüllt und bis zur Verkorkung wieder mit
Alufolie verschlossen.
Sind alle Flaschen bereit, kommt der Handverkorker
zum Einsatz. Die zu verkorkende Flasche wird leicht erhöht auf den Boden
gestellt. Sie sollte fixiert werden, damit sie nicht leicht umfällt, z.B.
in einem Getränkekasten. Nun wird ein Korken aus der Schwefellösung
genommen und nochmals gründlich von allen Seiten mit der Lösung benetzt.
Damit wird der Verkorker bestückt, der nun gerade auf die Flasche gesetzt
wird. Mit einer schnellen, fließenden Bewegung werden die Arme des
Verkorkers nach unten gedrückt, und der Korken wird die Flasche gedrückt.
Erfolgt die Bewegung zu langsam, kann die Luft in der Flasche nicht am
Korken vorbei entweichen. Der Korken dringt entweder nicht tief genug ein
oder "federt" zurück.
Auf dem Korken stehende Flüssigkeit wird sofort
abgetupft. Sollen die Flaschen mit Schrumpfkapseln versehen werden, so
werden sie aufrecht gelagert, bis die Korken außen vollständig getrocknet
sind. Erst dann wird die Schrumpfkapsel mit Hilfe eines Heißluftgerät auf
den Flaschenhals geschrumpft.
Unbenutzte Korken werden sorgfältig getrocknet und
können wieder verwendet werden.
Die verkorkten Metflaschen werden liegend bei
kühler Temperatur gelagert. Starke Temperaturschwankungen sind zu
vermeiden. Die Flaschen sind regelmäßig zu kontrollieren: Tritt
Flüssigkeit aus, so ist entweder der Korken undicht geworden, oder es kam
zu einer Nachgärung, und das Kohlendioxid drängt den Korken aus der
Flasche. In beiden Fällen sollte der Met umgehend genossen werden.
Vorsicht, wenn es zu einer Nachgärung kommen sollte, können die Flasche
explodieren!
Prost!
© Dr. Andreas Kranz 2007
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