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Wenn man alle Fehler macht, die man bei der Honigweinbereitung machen kann, bekommt man ein sherryähnliches Getränk, das mit etwas Glück sogar trinkbar ist. Harzige und bittere Geschmacksnoten bleiben erhalten, die feineren Honigarmomen gehen dabei aber völlig verloren.

Macht man bei der Honigweinbereitung aber vieles richtig, so bleiben die Honigaromen im Met erhalten. Damit tut sich dem Genießer ein ganz neuer Geschmackshorizont auf. Es sind jedoch nicht alle Honigsorten gleichermaßen für die Honigweinbereitung geeignet. Deshalb möchten wir Ihnen hier einige von uns getestete Honigsorten vorstellen.

Grundsätzlich unterscheidet man Misch- und Sortenhonige. Sortenhonige entstehen, wenn die Bienen zum überwiegenden Anteil nur auf einer bestimmten Pflanzenart sammeln können. Mischhonige sind hingegen ein buntes Gemisch.

Besonders empfehlenswerte Honigsorten sind mit einem Kelch markiert.

 

Mischhonige

Blütenhonig-Met
Die Blütenhonige sind Mischhonige von vielen verschiedenen Blüten. Der Geschmacksunterschied zwischen verschiedenen Blütenhonigen kann gravierend sein, denn zum einen bestimmt die Jahreszeit, auf welchen Blüten die Biene sammelt. Andererseits gibt es auf dem deutschen Markt gerade im Billigsektor zunehmend Blütenhonige aus dem Ausland. So kann der gekaufte Blütenhonig vorwiegend ein Obstbaumblütenhonig, ein Gebirgsblütenhonig und ein Pampashonig sein, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Diese Honige für einen Met zu beurteilen ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Manche Blütenhonige sind sehr gut für Met geeignet, andere erweisen sich als eher geschmacksarm.

Zu Anfang verwendeten wir meist Honig gekauft bei einer großen Discounterkette... nennen wir ihn mal liebevoll Honig a la Aldi. Der Honig hatte bei Tests sehr gut abgeschnitten, wir wurden aber zunehmend unzufrieden damit. Der Honig entwickelt einen irgendwie penetranten Beigeschmack und Geruch, der im fertigen Met stört. Die Ausprägung ist unterschiedlich, je nach Honigcharge. Manchmal hatten wir einen dunklen, übel riechenden Bodensatz. Das war auch nicht vertrauenserweckend (Birgit nennt es Wischwasser). Wir testeten dann Honig von anderen Discountern, mit unterschiedlichem Erfolg. Im Moment sind wir dazu über gegangen, die Blütenhonige aus verschiedenen Quellen zu mischen, um das Problem einer vielleicht schlecht schmeckenden Charge nicht in einem einzigen Met zu konzentrieren. Außerdem haben wir den Eindruck, dass wir mit Blütenhonig vom Imker eher bessere Resultate erzielen als mit Blütenhonig vom Discounter.

Waldhonig-Met
Der Waldhonig ist zum überwiegenden Teil ein Honigtauhonig von Bäumen mit wechselnden Anteilen. Er ist vergleichsweise dunkel und schmeckt deutlich anders als Blütenhonige, er hat eine Note von Malz und Harz. Diese Aromen verlieren sich etwas mit der Lagerung des Waldhonig-Weins, passen aber trotzdem ganz wunderbar zur Restsüße des Honigs. Waldhonig ist deshalb ein ausgezeichneter Honig für die Weinbereitung. Wie bei allen Mischhonigen können Qualität und Aroma von Charge zu Charge variieren. Wir vergären oft Waldhonig vom großen Nord-Süd Discounter und waren bislang zufrieden.

 

Sortenhonige

Akazienhonig: Akazien-Met
Dieser Honig gilt als sehr mild im Geschmack. Unser Testansatz schmeckte denn auch nach wenig. Für einen Honigwein ist dieser Honig fast schon zu mild. Er bildet aber eine neutrale Grundlage für Weine, die nach der Gärung z.B. mit Kräutern aromatisiert werden sollen.

Buchweizenhonig: Buchweizen-Met
Buchweizenhonig ist cremig-braun und , er schmeckt herb-malzig. Dieser Geschmack bleibt im Met erhalten. Wer diesen Geschmack mag ist mit diesem Honig gut bedient. Aber Vorsicht: Der Honig darf nicht überdosiert werden, sonst schmeckt er zu sehr hervor.

Edelkastanienhonig: Edelkastanien-Met
Dies ist ein recht flüssiger, brauner Honig, der sehr lecker und kräftig nach Wald duftet. Er schmeckt malzig-etherisch und dabei ein wenig bitter. Zusammen mit der Restsüße im Honigwein ergibt das einen ausgezeichneten Wein. Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Efeuhonig: Efeu-Met
Efeuhonig ist hart und dunkel und hat eine wachsartige Konsistenz. Er schmeckt frisch und nach Kräutern. Im jungen Met schmeckt er krautig bis grasig und hat einen unangenehmen Nachgeschmack. Vollständig geklärt und gereift verliert er etwas von dem Nachgeschmack und entwickelt ein kräftig herbes Bouquet.

Erdbeerbaumhonig: Erdbeerbaum-Met
Der Erdbeerbaum hat nichts mit unserer Erdbeere zu tun. Botanisch gesehen gehört der Erdbeerbaum zu den Heidekrautgewächse. Seinen deutschen Namen erhielt das Gewächs wegen der Ähnlichkeit seiner Früchte mit Erdbeeren. Der Honig ist dunkel und zähflüssig und wird wegen seiner herb-bitteren Note geschätzt. Im Met bleibt der bittere Geschmack voll erhalten und ist zu intensiv. Wenn man unbedingt Erdbeerbaumhonig im Wein verwenden will sollte man ihn deshalb immer sehr vorsichtig dosieren und gegebenenfalls mit anderen Honigsorten strecken.

Eukalyptushonig: Eukalyptus-Met
Dieser Honigwein hat nichts zu tun mit den Hustenbonbons Der Honig kristallisiert extrem aus und ist deswegen bei der Verarbeitung problematisch. Der Wein schmeckt recht rau und erinnert entfernt an Ahornsirup mit der Tendenz zu Karamelgeschmack. Nicht schlecht für den, der es mag. Hatte bei uns eine ausgezeichnete Selbstklärung, recht untypisch für Honigweine.

Heidehonig: Heide-Met
Der Heidehonig wird von zwei unterschiedlichen Pflanzen gewonnen, und zwar von der Erikaheide oder der Besenheide. Die Besenheide bildet die bekannten violetten Blütenmeere der Lüneburger Heide. Der Honig von der Besenheide ist der teuerste Honig überhaupt, weil er nicht geschleudert werden kann, er muss gepresst werden. Er hat eine geleeartige Konsistenz und gilt als der Honig mit dem stärksten Aroma. Er schmeckt extrem herb mit ätherischer Komponente und erinnert wirklich an die herbstlichen Felder der Lüneburger Heide. Geschmacklich interessant, aber sicherlich nicht jedermanns Sache. Wobei der Met von diesem Honig für uns der beste Met war den wir bisher getrunken haben. Aber Achtung: Alle Honigweine sollen Lagern, bevor sie getrunken werden können. Das gilt besonders für den Heidehonig-Met. Er schmeckt frisch viel zu intensiv, als das man ihn würdigen könnte. Ihn jung zu trinken ist ein Verbrechen! Wenn Sie einen Heidehonig-Met machen sollten Sie den Flaschen hochwertige Korken gönnen und ihn mindestens ein, zwei Jahre ruhen lassen.

Kaffeehonig: Kaffeeblüten-Met
Ein flüssiger, leicht kristallisierender dunkler Honig, der tatsächlich nach Kaffee schmeckt: Im sorgfältig geklärten oder gefilterten Honigwein findet man tatsächlich ein leichtes, angenehmes Kaffeearoma. Wer Kaffee mag, der mag auch diesen Honigwein. Für Kaffeetrinker deshalb empfehlenswert. Bei Lagerung verfliegt das Aroma leider, der Met schmeckt dann angenehm weich.

Kleehonig: Klee-Met
Der Met aus diesem Honig ist geschmacklich etwas intensiver als der Akazienhonig, aber ebenfalls langweilig. Ebenfalls gut geeignet für den Einsatz von Gewürzen.

Korianderhonig: Korianderblüten-Met
Ein recht zähflüssiger, braun-gelber und würziger Honig, der nach Koriander schmeckt. Von diesem Gewürzgeschmack bleibt nach der Gärung leider nicht viel übrig.

Lavendelhonig: Lavendelblüten-Met
Denkt man an Lavendel, denkt man an englische Lavendelseife und Waschmittel. So schmeckt dieser Honig nicht. Er hat ein ganz leichte ätherische Note und erinnert ansonsten an den Wiesen- oder Blütenhonig. Das ist brauchbar, aber nicht so exotisch und interessant wie erwartet.

Lindenblütenhonig: Lindenblüten-Met
Dieser Met wird sehr hell und nebenbei sehr lecker Er hat eine leicht ähterische Komponente und etwas weniger nicht vergärbare Zucker als die Orangenblüte. Riecht ausgesprochen angenehm. Ich glaube, dieser Met ist gut geeignet für Leute, die noch keinen Honigwein kennen.

Löwenzahnhonig: Löwenzahn-Met
Das ist ein cremiger, heller Honig mit einer angenehm milden, leicht ätherischen Geschmacksnote. Im Wein verfliegt der interessante Geschmack leider, und der Met schmeckt eher langweilig. Schade.

Orangenblütenhonig: Orangenblüten-Met
Ein fester Honig mit stark ätherischer Note nach Orange. Für den Honigwein ist Orangenblütenhonig ein Geheimtipp, denn der Geschmack bleibt im Wein erhalten,  Die Gärung ist allerdings manchmal schleppend und dauert lang. In diesem Fall ist der Gärungsendpunkt nicht einfach zu finden und der Wein behält eine vergleichsweise hohe Restsüße. Dieses Problem tritt allerdings nicht immer auf und ist  möglicherweise chargenabhängig.

Rapshonig: Raps-Met
Hat zum Glück nichts zu tun mit dem Geruch von Rapsfeldern. Der Wein bekommt ein leichtes Blütenaroma und wird leichter und frischer als z.B. viele Blütenhonige. Rapshonig ist gut geeignet für nicht zu schwer ausgebaute Honigweine und ist besonders  zu empfehlen für Weingenießer, die den typischen Honiggeschmack nicht ganz so mögen.

Sonnenblumenhonig: Sonnenblumen-Met
Ein cremig-heller Honig, der nach nicht viel riecht, aber angenehm nach Honig schmeckt. Diesen dezenten, angenehmen Geschmack findet man im Honigwein wieder. Das ist lecker.

Weißtannenhonig
Weißtannenhonig erinnert geschmacklich an Waldhonig, ist allerdings geschmacklich aber milder. Nach einer sauberen Vergärung und einer Lagerzeit von ein bis zwei Jahren  entwickelt er ein feines, würzig-harziges Geschmacksbild mit leichter Vanillenote. Leider ist Weißtannenhonig im Vergleich zum Waldhonig recht teuer.


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© Dr. Andreas Kranz 2007